In diesem Artikel erfährst Du, wie und warum Du als Selbständige/er von einer Verbandsmitgliedschaft profitierst, was der Unterschied zwischen Berufsverbänden und Interessenverbänden ist und wie Dich eine Mitgliedschaft vor der Insolvenz retten kann.

Warum ist ein Verband für mich wichtig?

Du hast Dich gerade selbständig gemacht? Die ersten Schritte sind getan, viele To Do´s auf der Liste, um ins Tun zu kommen. Denn am wichtigsten ist es Dir natürlich, dass sich die Kasse sehr bald füllt. Sicherlich hast Du Dir im Internet viele Dinge durchgelesen, einige Vorlagen genutzt und diverse Profile auf Social-Media und anderen Branchen-Portalen erstellt. Aber wie sieht es mit der Vernetzung in Deiner eigenen Branche aus? Siehst Du Deine Kollegen als Konkurrenz oder als Netzwerk? Zweites wäre sinnvoller. Denn wenn Du eine gute Positionierung hast, brauchst Du Dir um die Konkurrenz vorerst auch keine Sorgen machen. Nutze sie lieber als Wissenspool und strategisches Netzwerk. Das geht am besten über einen Verband. Hier sammeln sich Selbständige und Freelancer wie Du, die effektiv eine Wertegemeinschaft nutzen wollen. Denn die Themen und Positionen stammen direkt aus dem Alltag Deines Berufes.

ZITAT BDG
Als Einzelunternehmer schätze ich selber ausdrücklich den vertraulichen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sehr. Viele Fragen des Designalltags habe ich im Dialog schnell und unkompliziert lösen können. Auch über die fordernden Aspekte des Unternehmerseins kann ich mich dort prima austauschen. Und wenn ich mal einen Spezialisten brauche für mein eigenes Designbüro, hat meist jemand eine sehr gute – und getestete – Empfehlung für mich.
Meine Haltung als Designer habe ich erst in der Auseinandersetzung mit anderen Designern profilieren können. Und nebenei gelernt, dass die anderen keine Konkurenz sind, sondern Kollegen. Das bekomme ich sonst nirgends und daher ist der BDG für mich eine echte Bereicherung. Ich trete als Einzelunternehmer auf, habe aber ein riesiges Team im Hintergrund. Das ist klasse.

Wie kann ich den Mitgliedsbeitrag refinanzieren?

Für Gründer ist jeder Euro kostbar. Es gibt aber noch keinerlei Zahlungssicherheiten und somit ist jede langfristige Verbindlichkeit ein unsicheres Investment. Aber ist es wirklich sinnvoll so zu rechnen? Nehmen wir einmal das Beispiel der allgemeinen Geschäftsbedingungen, kurz AGB. Der Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner (BDG) bietet kostenlose Muster-AGB, die Dir im Ernstfall eine Menge rechtliche Streitigkeiten und letzten Endes auch manchmal die Insolvenz (bei Zahlungsverzug) ersparen. Die AGB kannst Du natürlich auch von einem Anwalt spezifisch erstellen lassen. Hierfür musst Du diesem aber auch wirklich jeden einzelnen möglichen Geschäftsfall, den Deine Firma abbildet, schildern. Je komplexer, desto teurer. Der Berufsverband kennt die Aufgabenfelder genau und bietet Dir Muster an, die schon 95 % Deines Bedarfs abdecken. Du kannst dann Deine AGB Vorlage noch mal vom Anwalt prüfen und absegnen lassen.

„Ich hatte keine ordentlichen AGB, als ich meinen ersten Großkunden gewonnen habe. Eine Rechtsanwaltskanzlei. Wir haben über ein Jahr sehr erfolgreich die Projekte bearbeitet, bis es zum Bruch kam. Die Zahlungen blieben aus, die Kommunikation hatte kundenseitig die Sachebene verlassen. Ich war kurz davor, Vater zu werden. Eine Riesenkrise. Dank eines sehr, sehr guten Anwalts habe ich den Prozess am Ende mit einem extremen Zeitaufwand gewonnen. Damit das nie wieder passiert, habe ich nun wasserdichte AGB, Auftragsformulare und -Prozesse. Das hätte ich auch früher und wesentlich günstiger haben können.“ F. Caspers, Gründer und Inhaber der Designagentur FHCM Graphics

Der Schutz gegen Missbrauch von Leistungen und vor unlauterem Wettbewerb sowie Mitbestimmung bei der Gesetzgebung und der Ausbildung sind die wesentlichen Mehrwerte der Verbandsarbeit. Auch im Bereich Weiterbildung haben Verbände oft ein breites Angebot. Die großen Verbände haben eigene Akademien, die kleineren bedienen sich der Angebote der Mitglieder für ihr Netzwerk. So können Selbständige, Einzelunternehmer oder Kleinunternehmer die Workshops der WHY-Akademie wahrnehmen.

Warum Du als Selbständiger bzw. Gründer unbedingt an Workshops und Seminaren teilnehmen solltest, kannst Du im Artikel „Die 10 besten Tipps für Selbständige zum Weiterbildungsbudget“ lesen.

Gute Berufsverbände bieten ihren Mitgliedern auch einen Stundensatzkalkulator an. Hier kannst Du je nach Erfahrung, Bundesland und weiteren Parametern ermitteln, welchen Stundensatz Du verlangen musst, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In Interessenverbänden, wie dem VGSD, gibt es regelmäßig „Expertentelkos“ zu Themen, die für alle Selbständigen wichtig sind (Krankenkassenbeiträge oder die Abmahnwelle zum Beispiel), deren Ergebnisse werden dann für die Mitglieder aufbereitet und online zur Verfügung gestellt.

ZITAT VGSD
Neben den Telkos wollen wir auch ein Verband sein, der für engagierte Einzelkämpfer der Zufluchtsort ist. Wir haben eine Infrastruktur mit Presseverteiler etc. aufgebaut, die wir gerne teilen. Zuletzt konnten wir Vera und ihren Kampf gegen den Abmahnmissbrauch so unterstützen.

Welchen Service kann ich als Verbandsmitglied erwarten?

Wenn Du Dich für eine Mitgliedschaft in einem Berufsverband entschieden hast, möchtest Du natürlich auch direkten Nutzen aus Deiner Investition ziehen. Was kannst Du erwarten? Nach dem Eintritt kannst Du damit rechnen, mindestens eine E-Mail mit Infomaterialien zu bekommen sowie den Zugang zum Intranet oder anderen Mitgliedernetzwerken. Meistens geht es aber auch noch weiter und Du bekommst einen persönlichen Anruf von Deinem Ansprechpartner aus der Mitgliederbetreuung und ein postalisches Willkommenspaket, in dem noch mal alle Möglichkeiten genannt werden, die Dir der Verband bietet.

Üblicherweise trägst Du Dich für den allgemeinen Newsletter ein und gibst an, welche spezifischen Themen Dich noch interessieren (gerade bei großen Verbänden muss es einen Filter geben, damit Du nicht in Informationen untergehst). Du kannst erwarten, dass Du über anstehende Arbeitskreise, Mitgliederversammlungen und Netzwerktreffen informiert und dazu eingeladen wirst. Anmelden musst Du Dich dann natürlich selbst. Nehme diese Treffen wahr, sofern es Dir möglich ist. Hier triffst Du Leute, die im gleichen Stadium sind wie Du, und welche, die schon darüber hinausgewachsen sind und Dich beraten können. Du bekommst Ideen, Inspiration und nicht selten auch eine Bühne für Dein eigenes Geschäftsmodell.

Service:
Du kannst erwarten, dass Deine Anfragen an den Verband zügig beantwortet werden und Dir in angemessenem Maße auch die Möglichkeit gegeben wird, Dich zu präsentieren. Oft werden Neumitglieder in einem Newsletter vorgestellt (sofern gewünscht). Hier kannst Du natürlich direkt ein Angebot platzieren. Verbände bieten oft viele Vergünstigungen für ihre Mitglieder an. Reihe Dich ein. Wenn Du dort gelistet bist, hast Du gleich mehr Sichtbarkeit. Je häufiger Dein Firmenname auftaucht, desto besser.

Was haben Verbände mit der Politik zu tun?

Als Berufsverband vertritt jeder Verband die Belange der jeweiligen Branche gegenüber Politik und Wirtschaft. Beim Einsatz für faire Märkte, gegen Dumpingpreise oder für mehr kaufmännische Inhalte in der Ausbildung setzt sich der Verband dafür ein, dass Du professionell arbeiten kannst.

Workshop-Special für Kommunikationsdesigner/innen vom 08.11. - 11.11.2018

Welcher Verband ist der Richtige für mich?

Um den richtigen Verband für Dich zu finden, musst Du abwägen zwischen Bedürfnissen und Nutzen. Berufsverbände wie der BDG haben eine sehr spitze Zielgruppe (Kommunikationsdesigner). Hier wirst Du also sicher nur mit Gleichgesinnten sprechen.

Interessenverbände (wie der VGSD) sammeln verschiedenste Zweige einer Branche (Selbständige, Gründer,)unter sich und geben ihnen eine Stimme. Hier kannst Du sicher damit rechnen, auch den ein oder anderen Kunden zu finden.

Große Verbände haben selbstverständlich auch eine größere Stimme und ein umfassenderes Angebot. In kleinen und vor allem regionalen Verbänden hast Du oft einen direkten Draht und einfachere Einstiegspunkte.

Einige Verbände bieten auch Schnuppermitgliedschaften an. Sinnvoller ist es aber sicherlich, das Verbandswesen mal über ein ganzes Jahr auszuprobieren. Der BDG bietet für sein 100. Jubiläumsjahr zum Beispiel grade 100 Tage kostenfreie Mitgliedschaft an.

Wer hier schreibt

Johanna Caspers - Inhaberin der WHY-Akademie

Vor der Gründung der WHY-Akademie leitete Johanna die Akademie des Digitalverbands bitkom e. V. und den Vertrieb der Designagentur FHCM Graphics.
Johanna lebt mit Herz & Seele für guten Vertrieb und entwickelt moderne Akquisekonzepte. Als Mutter von 2 Kindern ist ihr die Förderung von Frauen, die auch als Mütter noch erfolgreich bleiben möchten, besonders wichtig.

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Hinweis: Dieser Artikel ist als Werbung wegen Markennennung zu kennzeichnen. Der Artikel ist im Austausch mit dem BDG und dem VGSD entstanden.